Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

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Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Kapi » 15.02.2016 - 09:22

Carving ist out, in Zukunft fährt man möglichst natürlich durch den Schnee, ohne extreme Drehungen. Dieser neue Skistil ist in zwei Jahren an Österreichs Skischulen verpflichtend. Im Tiroler Pitztal wird die neue Ästhetik des Skifahrens jetzt schon gelehrt – mit mäßigem Erfolg:

Mehr: http://www.welt.de/print/wams/reise/art ... itten.html

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Rüganer » 15.02.2016 - 09:52

"Reines" Carven ist eh selten zu sehen, die Folgen kann man hier im Knie-Meniskus- Thread bewundern.

Ich fahr auch eine Mischung, Carven im mittleren Gelände, Kurzschwung im Steilen, bisschen Rutschen ist oft dabei.
Aber immer etwas breitbeinig, gerne auch auf dem Innenski :wink:

Auch die Sportler fahren wohl mehr gerutschte Schwünge in der letzten Zeit, ist aber nur eine Beobachtung von mir.

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Skihase » 15.02.2016 - 10:18

Rüganer hat geschrieben:"Reines" Carven ist eh selten zu sehen, die Folgen kann man hier im Knie-Meniskus- Thread bewundern.
:?: :?: :?:

Ich z. B. fahr schon immer so wie in dem Artikel, kann gar nicht carven :wink: Außerdem hab ich mir das Knie beim Bowling verletzt...
Zuletzt geändert von Skihase am 15.02.2016 - 10:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Rüganer » 15.02.2016 - 10:22

einer der aktivsten User nennt sich "extremcarver".....

Klar geht reines Carven auf die Knie, merkt man ja selbst.
Das Knie muss ein mehrfaches des Körpergewichtes abfangen, bein Rutschen ja weniger, da werden die Kräfte abgeleitet.

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Skihase » 15.02.2016 - 10:23

Ah, dann meinst du eher den Kreuzbandriss-Thread, nicht den Knie-Thread.
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Rüganer » 15.02.2016 - 10:25

jedenfalls sieht man an der Anzahl der Knie-Threads, dass da was dran ist.... :wink:

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Skihase » 15.02.2016 - 10:28

Kapi hat geschrieben:Carving ist out, in Zukunft fährt man möglichst natürlich durch den Schnee, ohne extreme Drehungen. Dieser neue Skistil ist in zwei Jahren an Österreichs Skischulen verpflichtend. Im Tiroler Pitztal wird die neue Ästhetik des Skifahrens jetzt schon gelehrt – mit mäßigem Erfolg:

Mehr: http://www.welt.de/print/wams/reise/art ... itten.html

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Wenn sich das durchsetzen würde, fände ich es schön. Finde es schon immer albern, wer alles von sich sagt, er carve.... Außerdem ist dann der Stil meines Mannes und von mir topmodern ;-)...
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Kapi » 15.02.2016 - 11:11

Skihase hat geschrieben:Außerdem ist dann der Stil meines Mannes und von mir topmodern ;-)...
Fein, dann sind wir ja schon zu dritt :biggrin: .

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von freerider13 » 15.02.2016 - 11:24

Servus!

Back to the roots. Eine sehr vernünftige Entwicklung würde ich sagen.

Sind wir mal ehrlich:
Die meisten Skifahren in den Skischulen haben noch nicht mal ein Gefühl dafür, was Carving überhaupt ist. Und denen wurde dann beigebracht, wie man den Ski auf die Kante stellt damit er schön selber durch die Kurve fährt - aber wie man das ganze im Zweifel abbremst wurde leider vergessen... Und dann wundert man sich über die zunehmende Zahl von Zusammenstößen auf der Piste...

Ganz ehrlich: Carving ist was für bessere Fahrer, die es auch beherrschen. Dazu brauchts die Basics - und die wurden meiner Meinung nach massiv vernachlässigt in den letzten Jahren.
Das ist in etwa so, als würdest du einem Autofahranfänger als erstes beibringen, 200 links auf der Autobahn zu fahren aber ne Kurvenreiche Landstraße sicher zu fahren lernt er nicht mehr.

Diese Entwicklung ist äußerst gut, absolut der richtige Weg. Carving kommt dann später eh dazu, wenn man genug fährt und besser ist.

Schöne Grüße,
Jan

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von christopher91 » 15.02.2016 - 11:36

Fakt ist die meisten Leute können gar nicht Carven und Anfängern das beizubringen bringt mal gleich gar nix, weil das lernt man nur mit viel Skifahren und Erfahrung sammeln und da meist von selber. Zudem würden die Gelegenheitsfahrer die Belastungen auf den Knien gar nicht aushalten! Allerdings find ich den Trend das alle Breite getippte Ski selbst auf den Pisten fahren für mich selber Strange, dass macht mir keinen Spaß denn mit denen geht Carven nicht wirklich gut. Für den Anfänger ist es sicher einfacher und kraftschonender, allerdings versaut er sich damit auch ein wenig die Technik falls er später mal richtig Carven will. Aber viele bekommen es eh nicht hin den Außenski vernünftig zu belasten und ohne dies geht Carven nicht. All Mountain Ski sind halt viel fehlerverzeihender.

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von tafaas » 15.02.2016 - 11:43

Der Bericht ist doch nichts anderes als eine weitere Werbekampagne.

Kenne zwar einen Skikurs nur vom Hörensagen, aber auf den Pisten habe ich persönlich noch NIE eine Skilehrer gesehen, welcher seinen Schülern die Carving-Technik beibringt.

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von ramon23 » 15.02.2016 - 12:32

Rüganer hat geschrieben:"Reines" Carven ist eh selten zu sehen die Folgen kann man hier im Knie-Meniskus- Thread bewundern.
"Der Carving-Skistil, der seit Jahren gelehrt wurde und dem die Masse der Skifahrer folgt, ist dann Schnee von gestern."

Wenn's so wäre wie im Artikel geschrieben wird, müssten alle, die seit 2001 ne Skischule besucht haben, carven...!

@Rüganer: Auch ich habe mir mein Knie NICHT beim Skifahren verletzt, sondern beim Fussball :wink:
Knieprobleme in Verbindung mit Skifahren hatte ich noch nicht....

Gruß Nils

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von schmidti » 15.02.2016 - 12:49

Viel Wahres was hier gesagt wird...Ich stand vor mittlerweile neun Jahren im Alter von ebenfalls neun Jahren das erste Mal auf Skiern, damals in einer Skihalle (Neuss), da mein Stiefvater schon vorher Skifahren konnte und wir (Mutter, Sohn, Tochter) es dann mal ausprobieren wollten. Wir hatten zu dritt einen Privatlehrer und es hat uns allen Spaß gemacht, sodass wir ein Jahr später erstmals richtig in den Skiurlaub gefahren sind. Letztlich war das meine einzige komplette Woche im Skikurs, denn danach war ich nur noch einmal zwei Tage in einem Skikurs und sonst immer mit Jugendreisen unterwegs, die in den ersten Jahren teilweise noch qualifizierte Skilehrer dabei hatten. Selbst die sagten aber schon, dass es die mit Abstand effektivste Form des Lernens sei, einfach nur so viel es geht zu Fahren.
Die Carving-Technik beigebracht bekommen habe ich also nie, das kam alles von selber. Ist ja auch eigentlich ganz logisch erklärbar, denn eigentlich braucht es nur ein nicht zu langsames Tempo und die richtige Belastung auf dem Außenski, und schon rutscht man den Schwung nicht mehr sondern zieht ihn in einer Linie durch. Dass es trotzdem relativ viele nicht beherrschen (und das wie Skihase, Kapi, ... nicht beabsichtigt tun), liegt meiner Einschätzung nach am fehlenden Wissen in Sachen richtiger Belastung der Skier in Verbindung mit einer zu "unrunden" Linie UND fehlender Kraft/Ausdauer! Carven ist nun mal um einiges anstrengender aber für mich persönlich auch um einiges attraktiver. Ich hab es vor einem Jahr erlebt, als ich nach zwei Tagen Magen-Darm versucht habe noch einen Tag Ski zu fahren. Kraft und Ausdauer waren nach zwei Tagen praktisch ohne Essen natürlich vollkommen weg, sodass auch ich dann nur noch rutschen konnte und mich echt wie ein Anfänger gefühlt habe.
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Saison 18/19: 2× Hochfügen-Hochzillertal / 1× Hintertux, Ischgl, Kappl, Nauders, Pitztal, SFL / 0,5× Bergeralm, Hochgurgl, Schlick, Sölden
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von TBFilms » 15.02.2016 - 13:44

Eine "Entwicklung" hin zu einem neuen Ziel gibt es immer; ich vermute jedoch noch etwas andere Beweggründe hinter dieser Ausrichtung auf das natürliche Skifahren:

1) Die Schneebänder werden, wenn überhaupt noch vorhanden, immer schmaler. Ausladende Carvingturns sind immer seltener möglich und auch die Frequentierung macht dem nun veralteten Carvingstil zu schaffen.

2) Skifahren und Snowboarden soll Spaß machen und für viele evtl. auch eine gewisse Bestätigung mit sich bringen. Das Ziel "Carven" war/ist wohl etwas hoch gegriffen. Die Analogie zum Snowboarden sehe ich schon: In all den Kursen, die ich für Snowboarder gegeben habe, kam die Aussage: "Whow ist DAS geil! Die Schräglage und der Speed sind der Hammer......aber es ist mir zu kompliziert. Bis ich das richtig gut kann vergehen Jahre.... da rutsch ich lieber weiter..."
Auch dies ist ein Grund für das nahezu ausgestorbene Raceboarden.
Es ist wie beim Abi in D: Wenn die Ansprüche herabgesetzt werden sind alle schneller und mit minimalstem Aufwand glücklich / erfolgreich.
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von ski-chrigel » 15.02.2016 - 14:16

Rüganer hat geschrieben:Klar geht reines Carven auf die Knie, merkt man ja selbst.
Das Knie muss ein mehrfaches des Körpergewichtes abfangen, bein Rutschen ja weniger, da werden die Kräfte abgeleitet.
Naja, da sind mein Kniearzt und ich aber deutlich anderer Meinung. Das Carving, ohne ins Extreme zu gehen, erzeugt axiale, zentrale Kräfte, die zumindest mein Knie viel besser erträgt, als die Rutscherei, die Querkräfte erzeugt. Wenn ich zB. aufgrund der Pistenbedingungen rutschen muss, dann spüre ich mein(e) Knie viel mehr, als wenn ich carven kann. Ab einer gewissen Steilheit in Relation zur Pistenbreite muss ich natürlich auch rutschen, aber eben, dann spüre ich es relativ schnell. 8h carven (natürlich die meiste Zeit auf den Liften) auf roten und blauen Pisten ertrage ich aber problemlos.
Mein Knieschaden kommt übrigens auch nicht vom Skifahren und mein Kreuzbandriss vor über 20 Jahren war noch mit Pommes-Frites-Ski.
Natürlich kann der Skifahrer, der nur wenige Tage im Jahr fährt, nicht richtig carven, dennoch erleichtert ihm die Taillierung das Skifahren enorm und auf flachen Pisten wird auch er schnell mal etwas carven erlicken. Das merken sogar die Kinder von alleine, dass das geht. So schnell wird das nicht verschwinden. Schon gar nicht auf leeren Pisten :wink:
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von thun » 15.02.2016 - 14:18

Ich habe es nur überflogen. Ist das Fazit des Artikels, dass die "Lehre" jetzt dem koordinativen Vermögen der 90% Gelegenheits-Urlaubsskifahrer angepasst wird, also aufrecht stehen und mit wenig Kantendruck den Bogen rutschen?

Wenn ja: Tolle Entwicklung...! :twisted:

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Skihase » 15.02.2016 - 14:23

schmidti hat geschrieben:Dass es trotzdem relativ viele nicht beherrschen (und das wie Skihase, Kapi, ... nicht beabsichtigt tun), liegt meiner Einschätzung nach am fehlenden Wissen in Sachen richtiger Belastung der Skier in Verbindung mit einer zu "unrunden" Linie UND fehlender Kraft/Ausdauer!
Den Satz hab ich jetzt nicht verstanden, möchte nur noch sagen, dass ich z. B. noch nie carven wollte, sondern seit über 30 Jahren in einem (angeblich) eleganten sehr zentrierten Stil im Genusstempo durch die Landschaft cruise, egal ob Nebel oder Schnee oder Sonne, egal ob blau oder schwarz. Ich denke aber, der "neue Stil" würde vielen helfen, nachmittags nicht immer total ausgepumpt zu sein.

@thun: Aufrecht stehen und kein Druck muss ja nun auch nicht gleich sein :wink: ...
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Tom76 » 15.02.2016 - 14:24

Die Entwicklung ist nicht neu und überrascht auch nicht, dass die Lehrpläne angepasst werden. Schon vor vielen Jahren hat die Skiindustrie erkannt, dass Carven nicht durchsetzbar ist. Dann wurde der Allmountainski "erfunden" und gepuscht, ebenso die Rockertechnik. Der "reine" Carvingski wird doch immer mehr als "Spezialski" für eine bestimmte Klientel beworben. Warum? Für reines Carven fehlt i.d.R. der Platz auf der Piste sowie die Kraft und die Technik des Fahrers.
Ich habe Ende der 60er den ersten Skikurs besucht und bin lange Jahre durch die (damals) strenge Schweizer Skischullehre gegangen. Das ist jetzt geschätzt die 4. Anpassung der Lehrpläne, die ich erlebe. Im Gegensatz zum letzten Mal (Einführung Carvingtechnik beginnend schon bei den Anfängern) ist sie iterativ, d.h. es werden Elemente der letzten Lehrpläne zusammengeführt und weitergeschrieben. So werden - wenn ich es richtig verstehe - sehr wohl Elemente aus der Carvingtechnik bei der Schwungauslösung übernommen und mit verschnittenen Schwungabschlüssen kombiniert. Ich finde es ehrlich und für den "normalen" Skifahrer besser, diesen Weg zu gehen. Für die Spezialisten bleibt ja auch weiterhin die Möglichkeit zu carven, wenn der Platz da ist und wenn man es kann (und mag). Ich mische gerne die Stile durch, je nach Piste. Und am Liebsten mag ich Pisten, die nicht durchmodelliert sind, wo man dies auch praktizieren kann.
Übrigens: ich gönne mir alle paar Jahre ein paar Privatstunden (allerdings staatl. geprüft, sonst macht es auf meinem Niveau keinen Sinn), um Details zu verbessern. Ich kann's nur empfehlen..... :ja:
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von chatmonster » 15.02.2016 - 14:34

thun hat geschrieben:Ich habe es nur überflogen. Ist das Fazit des Artikels, dass die "Lehre" jetzt dem koordinativen Vermögen der 90% Gelegenheits-Urlaubsskifahrer angepasst wird, also aufrecht stehen und mit wenig Kantendruck den Bogen rutschen?

Wenn ja: Tolle Entwicklung...! :twisted:
TBFilms hat geschrieben:Es ist wie beim Abi in D: Wenn die Ansprüche herabgesetzt werden sind alle schneller und mit minimalstem Aufwand glücklich / erfolgreich.
Ich glaube, diese beiden Statements trefen's ganz gut...

ski-chrigel hat geschrieben:Natürlich kann der Skifahrer, der nur wenige Tage im Jahr fährt, nicht richtig carven, dennoch erleichtert ihm die Taillierung das Skifahren enorm und auf flachen Pisten wird auch er schnell mal etwas carven erlicken. Das merken sogar die Kinder von alleine, dass das geht. So schnell wird das nicht verschwinden. Schon gar nicht auf leeren Pisten :wink:
Und ebenso dieses Statement...

Was mich mal interessieren würde:
Gibt's außer diesem natürlich nicht sehr versierten Welt-Artikel eine Veröffentlichung zu diesem neuen Lehrplan?
- Wird dann "das Carven" vollständig aus dem Lehrplan gestrichen?
- oder geht es "nur" in die Richtung, daß die Leute zu Begin (was auch mal in die Köpfe vieler Gelegenheitsskifahrer ankommen muss, daß dieser "Begin" bei einer Woche pro Jahr halt Jahre dauert und nicht nur ein paar Tage...) einfach mal wieder korrekt Skifahren lernen, ohne aus einem halb gewurschtelten Schwung direkt in's "carven" zu wechseln, und anstelle dessen halt einfach "carven" vergessen, dafür wieder korrekten Parallelschwung lernen?
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von schmidti » 15.02.2016 - 14:52

@Skihase

Das Ziel vieler Skifahrer ist - wie auch im Artikel dargestellt - Carven zu können.

Der Grund, wieso es den meisten nicht gelingt, ist meiner Meinung nach, dass sie in Sachen Technik gar nicht wissen, wie sie die Ski eigentlich belasten müssten und dass dazu die Kombination aus Tempo und Linienwahl (Schwünge zu eng oder "abgestochen") nicht stimmt, wodurch es ihnen nicht möglich ist den Schwung auf der Kante durchzuziehen.
Dazu kommt die subjektiv gesehen fehlende Kraft/Ausdauer vieler Skifahrer, was dazu führt, dass es trotz guter Technik einigen nicht gelingt die Carving-Technik umzusetzen.
Tom76 hat das alles auch nochmal sehr treffend beschrieben.

Leute wie Du, Dein Mann oder Kapi gehören natürlich nicht zu diesem Typ Skifahrer, da Ihr euch ja ganz bewusst gegen das Carven entschieden habt.
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Fab
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von Fab » 15.02.2016 - 15:21

:D Ich bin deutlich mehr von den Forumsbeiträgen verwirrt als vom Zeitungsartikel.

Bin mittlerweile ein älterer Herr - und ja, carven ist anstrengend. Drum fahre ich bewusst "rutschend", wenn ich müde werde.
Dies wird in Seniorenskikursen seit Jahren so geleht, wie ich gehört habe. Drum verstehe ich, offen gestanden, Ski-Chrigels Einlassung wg. Knieschmerzen beim rutschenden Schwung nicht.

Fahre seit Jahren, bei einer Körpergröße von 179 cm, steife Riesenslalomski in Länge von 176cm - 181cm.
Wenn ich carve - O K. schreib mal vorsichtig zu carven versuche :D - denn wie gesagt, dieser Tröööt hat mich verwirrt, dann belaste ich beide Ski gleichmäßig. Zumindest streb ich dies an - und wenn ich nach einigen Tagen eingefahren bin und genug Kraft habe, wie gesagt bin älterer Herr mittlerweile, dann fahr ich ohne Hoch-Tiefbewegung bei paralleler Belastung auf den Kanten. So versteh ich carven.
Aber ich lasse mich gerne von den Jungdynamikern belehren.

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von rower2000 » 15.02.2016 - 15:49

Rüganer hat geschrieben:jedenfalls sieht man an der Anzahl der Knie-Threads, dass da was dran ist.... :wink:
Also bei meinem Knie war nicht das Carven das Problem, sondern dass es mir in einem Haufen den Ski gefressen hat. Und überhaupt fahr ich sowieso nicht immer im Carving-Stil, sondern durchaus auch mal im nun modernen Stil :P .

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von valdebagnes » 15.02.2016 - 16:10

Zum genussvollen Carven brauch ich zudem Platz und die Sicherheit, das ich niemandem zu nahe komme (es soll ja auch Skifahrer geben, die sich darüber weniger Gedanken machen) so das sich auch die Gelegenheit dazu eher seltener ergibt.
Ich fahre meinen personlichen Stil mit den taillierten Ski jedoch auch im 'driften' subjektiv wesentlich leichter. Wahrscheinlich die Ski zu eng nebeneinander, aber mir macht es so Spaß.
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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von extremecarver » 15.02.2016 - 16:41

Gemütlich carven - einfach dem Radius des Skis entlangs - ist deutlich knieschonender wie driften. Etwas anders wirds halt - wenn man mit starkem Hüftknick den Radius des Skis ordentlich drückt - dass ist an sich nicht knieschädlich, aber da hat man halt schnell mal das 3-4fache Körpergewicht zum halten.

Generell können eh maximal 2-3% aller skifahrer sauber carven - gut 15-20% schaffen es - einen großteil vom Schwung zu carven - aber sie rutschen halt etwas in den Schwung rein, und rutschen wieder raus statt ordentlich über Hoch/Tief Bewegung den Schwung aufzulösen. Wobei - ich glaub das Hauptproblem ist eigentlich dass die meisten in den eh fast immer zu großen Skischuhen einfach kein Gefühl haben. Die glauben zu carven - dabei carvt maximal der Aussenski - der Innenski rutsch in leichter V-Stellung um die Kurve.
Moderne Renntechnik ist meist nicht mehr sauber gercarved - weil es einfach schneller ist eckig statt rund zu fahren. Dass könnte man theoretisch durch in Luft umlegen der Ski auch sauber carvend hinbekommen (sprich der Ski rutscht nie - und man dreht in der Luft an) aber es ist einfach exakter wenn man andriftet - dazu ist die Lastverteilung dann auch noch gleichmäßiger verteilt.
Dazu kommt dann halt noch - der im GS verpflichtende zu große Radius der Ski - da kann man einfach kaum mehr 100% sauber carven - sprich man stellt die Ski quer womit man zu Schwungbeginn mehr Richtung machen kann - und carved dann durch den Hauptteil des Schwungs. Um das richtig zu erkennen was gemacht wird - sollte man aber als Laie das ganze etwa bei Skirennen in FullHD und Zeitlupe anschauen - sonst geht das viel zu schnell um was zu erkennen. Bei Snowboardrennen (so sie denn übertragen werden) - kann man die Unterschiede in der Technik viel besser erkennen. Ist halt auch nur eine Kante - nicht zwei, und es wird viel mehr in der Luft gedreht anstelle durch andriften Richtung zu machen (geht halt auch besser - weil Speed geringer - Snowobard PGS ist etwa gleich schnell wie Ski Slalomrennen - bzw nur leicht schneller).


Man kann schon mit Beginnern mit Carvingtechnik beginnen - und das von vornherein so unterrichten. Aber nur mit Kurzskimethode. Sprich man braucht mindestens 3 verschiedene Ski (Snowblade mit 80-90cm - dann Ski mit etwa 120-130 - dann Ski in 150-160cm) um das so durchzuziehen. Das macht heutzutage keine einzige Skischule mehr - und 2002 warens auch nur eine Handvoll - aber carven war halt auch schon bei Beginnern im Lehrplan. (allerdings fast immer erst nach gedriftetem Schwung). Der größte Unterschied Theorie vs Praxis war eher beim Pflug und Pflugschwung. Den besseren Lehrplan hatte aber eh die Schweiz - dort gabs nix vonwegen Gegenrotieren zur Schwungauslösung, usw. Da wurde eigentlich schon immer (Ski wie Snowboard) Schwungauslösung aus neutraler Körperposition und durch leichtes vorrotieren gelehrt. Österreich war da trotz der Überarbeitung 2002 einfach komplett veraltet im Lehrplan (weil bei Skirenntechnik gehts auch immer um neutrale Position - das Ideal ist meist die Position aus der man in alle Richtungen Bewegungsmöglichkeit zum ausgleichen von Schlägen, usw hat). Die Schweizer hatten halt nur ihr Vorrotieren seit langem in Ehren gehalten - was auch nicht so ideal ist (aber logischer für den Beginner wie AT Gegenrotation).

Und ja - außer auf flachen Pisten - braucht man zum sauberen Carven viel Platz (entweder weil man so weite Schwünge fährt - oder weil man so schnell wird dass niemand im Weg sein darf) - das ist grad in Österreich zu Ferienzeit - wenn dazu nur 50% der Pistenfläche auf ist - kaum zu finden. Selbst wenn man immer wieder mal wartet bis es leerer ist.


Und bezüglich Ski für Anfänger - ein eher kurzer Ski (20-30cm unter Körperlänge) - mit eher kurzem Radius (12-14m) - etwas Rocker vorne wie hinten (aber mit Vorspannung - also keine Vollrocker) - und 80-90mm Mittelbreite ist IMHO das ideal. Kann man besser fahren ist so ein Ski in 15-20cm länger (gleich tailliert - damit aber größerer Radius) dann auch der ideale Allroundski um kraftsparend rumzufahren. Wobei - wenn man die Möglichkeit hat - würde ich mit den meisten Vollanfängern schon noch mit Bigfoots/Snowblades 1-2 Stunden beginnen - ist einfach leichter und weniger Überwindung um die Angst abzubauen und Gefühl fürs rutschen am Schnee zu bekommen. Im Prinzip bedeutet das verzichten darauf immer eine Verlängerung des Lernprozesses. Aber das wird so einfach nicht kommen - da zu viel Aufwand im Verleih und Logistik. Dazu der Kundenanspruch mit "richtigen" Ski zu lernen.


Bin schon gespannt was da im neuen Lehrplan steht. Ich hoffe mal neutrale Position - keine Überflüssigen Bewegungen usw. Da muss endlich die Einsicht her - dass auch ein Anfänger oder Intermediate - immer so am Ski stehen soll dass er möglichst viel Bewegungsfreiraum hat - also kein Vordrehen, kein Gegendrehen - dorthin schauen wo man hin will - und Pflug nur als kurzzeitiges Übel zur Kontrolle der Geschwindigkeit. Stand dazu Schulterbreit oder etwas breiter aber nix korrigieren - jeder wie er will - (ab dem Zeitpunkt wo die Ski parallel sind - im Pflug gehts ja nicht) und Stöcke erstmal rein fürs Gleichgewicht. Fokus auf mittelange Schwünge. Wenns mal etwas geht - dann Fokus auf richtige Hoch-Tief Bewegung - und dann kommt der Rest eh von allein. Und lieber wie beim Snowboardunterricht etwas steilere Hänge (also blaue Piste statt Idiotenhang) und Fokus auf Schwung nicht geradeausfahren. Von Anfang an wirklich auf Schwünge setzen - und nicht auf wir fahren jetzt erstmal geradeaus runter im Pflug - und Schwünge erst wenn etwas Gefühl da ist. Das Gefühl kann man im ganz flachen einfach durch anschieben mit Stöcken - Seitwärtsschritten auch erlernen - und dann hoffen wir mal dass die Skifahrer der Marke ich kann schnell fahren - aber nur geradeaus - weniger werden.



Mein Kreuzband hats mir zerrissen - weil ich quasi einbeinig recht extrem am carven war - dazu im Backseat. Warum mehr oder weniger einbeinig - na weil ich am anderen Bein einen fiesen Muskelfaserriss hab - der auch jetzt nach 4 Wochen nichtstun noch ordentlich Probleme macht. Dann halt auf Eisplatte voll die Schaufel reingedrückt - dazu via Backseat versucht Speed zu machen - und dann kam ohne dass ich es sah ein aggressiver Kunstschneefleck. Da hats die Schaufel etwas gefressen und 20-30cm versetzt - und dann kam sicherlich kurzfristig etwa das 6-10fache Körpergewicht rein auf das "Innenknie" (da ich den Aussenski ja nur zur Ballance benutzt hab wegen dem Muskelfaserriss - bin ein paar Tage vorher sogar 3h ganz einbeinig (2. Ski auf Hütte) gefahren - weil mein Gluteus Maximus einfach nicht wollte).
Naja - und da das Implantat halt wohl doch nicht soviel aushält wie ein originales VKB - hats dass halt gefetzt. Bin dabei nicht gestürzt - gar nix. Hab halt nur den Schlag am Knie gespürt und leichtes Wehwechen. Zum Abend hin hat es dann etwas mehr wehgetan.
Hab halt trainieren wollen - weil mein Nachbar meinte er nimmt mich mal mit wenn mein Bein wieder okay ist (und der liegt unter den Top20 im Slalom Weltcup). Dazu ist mit Rennskischuhen die Kraftübertragung auch viel direker (und meine Ski - Slalom Rennski halt auch so geschliffen dass die problemlos auf Blankeis auf Zug gehen). Wahrscheinlich wär mir mit normalen Top of the Line Slalomski/Skischueh nix passiert.
Und das erste mal hab ich mir mein VKB kaputtgemacht weil ich aus gut 8-9m Höhe ins Flat geknallt bin - zu viel Speed und dazu noch ordentlich mit Konkurrenzt in der Luft erwischt. Da war ich eh froh dass nicht mehr kaputt war.

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Re: Gerutscht, nicht geschnitten - Carving ist out...

Beitrag von maximus8 » 15.02.2016 - 16:44

Also für mich geht um nichts anderes als die Kurse dem "Leistung"-Niveau der Leute nach unten anzupassen, um mehr Leuten ein Erfolgserlebnis zu bieten und mehr Leute zum Skifahren zu animieren.
Motto: Weniger Sport, mehr Spaß - Hauptsache der Umsatz stimmt!
Jeder soll mitmachen können, egal wie untrainiert jemand ist. Jedes Mittel ist recht, um mehr Zielgruppen ansprechen zu können.

Mit dem Motto habe ich keine Problem, solange die Leute (einigermaßen) sicher runter kommen. Da ist der Stil eher nebensächlich. Und wenn man den Leuten dann noch Tipps für schwierigere Pistenverhältnisse gibt, klappt's damit dann auch besser; zumindest für einige Minuten ;-)
Denn den meisten Leuten fehlt es immer mehr an Kondition. Und da spreche ich noch gar nicht von Carven.

(Richtiges!) Carven ist sehr anstrengend und den meisten Leute geht ja schon die Luft aus, wenn sie keine harte und plattgebügelte Piste vorfinden, bei dem man nur die Ski ein wenig dreht, um in die andere Richtung zu rutschen. Sobald es ein wenig Neuschneeauflage gibt oder es weicher wird, wird losgejammert, weil dann Rutschen nicht mehr geht.
Siehe auch die Kommentar hier im Forum über weiche Pisten und Sulz, u.a. auch im anderen Faden bei der SkiWelt mit "Kathastrophenhang" bei der neuen Jochbahn. Natürlich ist das etwas anstrengender - aber Skifahren ist ja letztendlich auch (oder immer noch) Sport.

Aber vielleicht ist es ja gut so. Dann stechen die Hand voll Leute aus der Masse mehr raus, die richtig Carven ... einschließlich mir ;D 8)


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