Der Skibebiets - Überdruss

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baeckerbursch
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Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von baeckerbursch » 31.01.2011 - 10:09

So langsam wird auffällig, die Gegenbewegung zum Industrieskifahren wird sichtbar:

Ich war gestern am Geigelstein: Parkplatz (der ist nicht klein) war voll. Voller Tourengeher, Schneeschuhgeher, Rodler und Winterwanderer.

Die Geigelsteinbahn hatte geöffnet, transportierte aber nur Rodler.

Die Wuhrsteinalm war voll, als ob sie mitten in einem Skigebiet stehen würde.

Ich würde mal sagen das das Geigelsteingebiet noch nie so viel Andrang hatte wie diesen Winter.

Auch auf vielen meinen anderen Touren hatte ich oft den Eindruck das mehr Tourengeher als Skifahrer unterwegs waren.


Was meint ihr? Was habt Ihr beobachtet?


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talent
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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von talent » 31.01.2011 - 15:46

^^Das erste was ich gedacht hab: Ändere den Titel dieses Threads solange dies noch möglich ist :!:

Und nein ich glaube nicht, dass es mehr Tourengeher als Skifahrer gibt.
Saison 17/18: 1x Pizol, 1x Ischgl-Samnaun, 1x Laterns, 1x Hündle-Thalkirchdorf, 1x Kaunertaler Gletscher, 1x Hintertuxer Gletscher, 2x Zugspitze, 2x Hochhäderich, 3x Ski Arlberg, 7x Portes du Soleil, 1x Sunshine Village, 3x Lake Louise, 2x Kicking Horse, 2x Revelstoke
Saison 18/19: 1x Passo Stelvio, 1x Ski Arlberg, 1x Scuol, 1x Disentis, 1x Andermatt-Sedrun, 1x Gemsstock, 1x Davos Parsenn, 1x Davos Jakobshorn
Saison 19/20: 4x Madesimo, 1x Ski Arlberg, 1x Silvretta Montafon, 1x Ovronnaz, 5x Zermatt-Breuil-Cervinia-Valtournenche, 1x Les Marécottes, 1x Gargellen, 4x Adelboden-Lenk, 1x Engstligenalp

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Mark Jan » 31.01.2011 - 16:46

Ich denke auch nicht dass es mehr Tourfahrer gibt als "normale" Schifahrer, aber es werden sicherlich immer mehr. Das Tourschifahren wird immer mehr populär besonders beim Einheimer, also dass Idee habe ich.

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Pitz » 31.01.2011 - 18:33

Meine Beobachtung ist das es extrem volle Tourengebiete gibt aber auch praktisch ganz einsame. Ich habe es schon erlebt dass ich an einem sonnigen Wochenende komplett alleine auf Tour war.

Voll sind meist die extrem einfachen und lawinensicheren Touren, dazu noch die typischen Modegebiete wie Sellrain.
Dann gibt es die schweren langen Touren wo man fast alleine ist. Wenn eine Tour über 8 - 10 Stunden geht wird es meist automatisch einsam.

Insgesamt würde ich schätzen, dass es sicherlich 50 mal soviele Pistenskifahrer wie Tourengänger gibt.
Allerdings scheint dieses Verhältnis bei den Einheimischen schon anders zu sein, da gibt es vielleicht schon mehr Tourengänger als Pistenfahrer.

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von thun » 31.01.2011 - 19:09

Das würde ich ganz stark anzweifeln, ich glaube kaum, dass es bei den Einheimischen mehr Tourengeher gibt. Vielleicht fallen die einheimischen Pistenfahrer nicht so auf. Oder die fahren nicht an den vollen Samstagen (bzw. gehen an ebendiesen halt Touren). :wink:

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Pitz » 31.01.2011 - 19:22

thun hat geschrieben:Das würde ich ganz stark anzweifeln, ich glaube kaum, dass es bei den Einheimischen mehr Tourengeher gibt. Vielleicht fallen die einheimischen Pistenfahrer nicht so auf. Oder die fahren nicht an den vollen Samstagen (bzw. gehen an ebendiesen halt Touren). :wink:
Ich geh da von meinem Bekanntenkreis aus, und da ist die Entwicklung meist: Skifahren auf Pisten gelernt, teilweise auch Rennen gefahren, als Ewachsene dann meist nur noch Skitouren.Von ca. 30 Leuten die Skifahren können gehen 20 nur noch Touren, 8 machen beides etwa gleichviel und 2 fahren ausschliesslich Piste weil ihnen Tourengehen zu anstrengend ist.

Als Einheimischer wird das Skifahren in Skigebieten auch ziemlich schnell langweilig und nutzt sich schnell ab. Ausserdem ist es - wenn man keine Saisonkarte hat - ziemlich teuer.
Ich habe eine Saisonkarte aber nutze die vielleicht nur 4 - 5 mal im Jahr für einen halben Tag.
Den Rest der Saison geh ich möglichst Touren.
Wenn ich mal Fremde (weiter als 2 Stunden Autofahrt) auf Touren treffe dann sind das meist organisierte Truppen vom Summitclub oder von Bergschulen. Dann ist so ein Wochende Tourenfahren meisens genauso teuer oder teurer wie ein Wochenende mit Liftpass.


Ich weiss aber nicht ob das representativ ist...

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von baeckerbursch » 31.01.2011 - 21:08

Ich hab da oben etwas "schmarrn" geschreiben :oops:

Ich meinte eigentlich nicht das es mehr Tourengeher als Skifahrer gibt :oops:

Ich wollte damit nur ausdrücken das es jetzt vermutlich mehr Tourengeher am Geigelstein gibt als früher Skifahrer am Geigelstein.

Aber es ist schon erstaunlich: Egal wo man (auch unter der Woche) hinkommt, mindestens einer ist immer vor einem da, selbst wenn es so früh ist das es gerade erst hell wird.


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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Gletscherfloh » 31.01.2011 - 21:34

baeckerbursch hat geschrieben:...
Ich wollte damit nur ausdrücken das es jetzt vermutlich mehr Tourengeher am Geigelstein gibt als früher Skifahrer am Geigelstein.

Aber es ist schon erstaunlich: Egal wo man (auch unter der Woche) hinkommt, mindestens einer ist immer vor einem da, selbst wenn es so früh ist das es gerade erst hell wird.
Solche Gebiete gibt es bei uns am Alpenostrand auch. Bestes Beispiel der Sonnwendstein in der Nähe des Semmering. Früher ein weitgehen unbeachtetes kleines Pistengebiet (1 ESL + 1 SL), heute - die Lifte sind seit 3 oder 4 Jahren geschloseen - gehen bei entsprechender Schneelage sicherlich mehr Tourengeher täglich rauf als früher während des Liftbetriebs.

Anderes Beispiel: Unterberg, nahe Wien. Hier stehen an den Parkplätzen eigene Parkplatzeinweiser, die darauf achten, dass die Tourengeher bereits vorne am unteren Parkplatz parken um den Pistenfahrern oben nicht den Parkplatz wegzunehmen.

Ähnlich am Niederalpl. Am Wochenende schauen die Parkplätze immer sehr voll aus. Im Skigebiet dennoch kaum Skifahrer. Viele der parkenden Autos sind einfach Tourengeher, die von hier zu den beliebten und bekannten (tw. überlaufenen) Touren losgehen.

Ähnliches sieht man ja auch in einigen Hotspots bezüglich Freerider (breite Ski) und Pistenfahrer (Carvingski). In Andermatt in der Seilbahn (oder in Verbier, Argentiere etc.) sind Carverausrüstungen eher in der Minderheit.

Und selbst "normale" Skigebiet werben mit ihren Plakaten/Fotos eher mit Pulverschnee und Gelände als mit "industrialisierten", eingezäunten Kunstschneepisten. Hier gibt's offensichtlich eine Diskrepanz zwischen Werbeimage und dem tatsächlichen Angebot (weil 90+ % werden dann ja wohl in den meisten Skigebieten doch die Kunstschneepisten nutzen ...

Generell wird es aber in der Tat schwerer, "einsame" Flecken zu finden ... liegt halt in der Natur der Sache, selbst ein relativ breiter Hang kann mühelos von einer kleinen Gruppe in kürzester Zeit verspurt werden ...

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Yeti01 » 31.01.2011 - 21:51

Übrigens - so mancher Tourengeher, der Abends sein Gehirn nicht einschaltet, sieht selbiges mitsamt Behälter neben dem Windenseil den Berg runterkullern...

Ich bin meistens allein unterwegs, dort wo ich gehe...

Nichtsdestotrotz gebe ich dem baeckerbursch recht - das "Tourengehen" entlang dem Pistenrand nimmt dzt. massiv zu, sei es wegen des akuten Schneemangels oder weil es momnetan halt coool ischt, wenn man wie eine Dampflok, mit Funktionsunter- und Oberbekleidung, ultraleichtem Tourenschi, noch leichterem Helm, tärättätä tärättätä den Berg hinanschnauft und dann über die Piste runternudelt, abseits davon hätte so mancher seine liebe Not...
Nur ein paar Gedanken...

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von baeckerbursch » 31.01.2011 - 22:02

Ich meinte übrigens nicht das Tourengehen auf Pisten - sondern den ganzen "sanften" Wintertourismus im allgemeinen.

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Yeti01 » 31.01.2011 - 22:16

dann krieg ich einen Fünfer - Thema verfehlt!
Obwohl auch bei den "echten" Tourengängern ein erhöhtes Aufkommen festzustellen ist!
Stört mich persönlich jetzt aber eigentlich nicht, da kaum einer derjenigen eine Apres Schi Bar o. ä. mit sich führt, bestenfalls mal ein Schnäpsle...

:wink:

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Mark Jan » 01.02.2011 - 10:10

Hochlaufen am Rande der Piste und dann die Piste runter fahren sieht in meine Augen ganz Holländisch aus: zu billig gierig um eine Liftkarte zu kaufen. Also dass denke ich immer wenn ich mit dem Lift hochfahre und dann die Laute sehe die hochlaufen. :? :lol:

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Widdi » 03.02.2011 - 19:33

Also gestern in Gaissau-Hintersee (Bei Hallein) auch viele Tourengeher unterwegs gewesen. Schifahrer, trotz günstigem Schipass (29,90€+3 Pfand für die Keycard, eher wenige, aber nicht ausschliesslich Tourengeher sondern alles gemischt. Leider war ich Dienstags nicht früh genug wach, um hinfahren zu können, da hätte mich die Tageskarte nur 23€ gekostet. Bis ich den Bericht mach, wirds aber noch einige Tage dauern, da zuerst meine Dolomitenberichte dran sind und da stehen noch 5 aus.

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von gerrit » 04.02.2011 - 18:58

Es gibt mittlerweile einige kleinere und oft auch ökonomisch eher gefährdete Gebiete, die von den lokalen "Pistentourengehern" ziemlich eingenommen werden. So trifft man z.B. am Loser oder am Krippenstein regelmäßig eine erkleckliche Anzahl an Pistenrandgehern, noch krasser hab ich das heuer am Zwölferhorn bei St. Gilgen erlebt, da sind wahrscheinlich doppelt so viele Leute raufmarschiert als mit der Bahn raufgefahren. An guten Tagen gehen dort angeblich 400 Tourengeher rauf. Auch auf der Katrin bei Bad Ischl, wo ja heuer der Winterbetrieb eingestellt wurde, waren angeblich in den Weihnachtsferien jeden Tag über 300 Leute oben.
Es entwickelt sich hier zweifellos eine eigenständige Sportart, die sich doch erheblich vom "normalen" Tourengehen unterscheidet. Bei klassischen Schitouren werden ja tendentiell eher einsame Gipfel und unberührte Tiefschneeabfahrten gesucht, das Pistentourengehen scheint sich jedoch eher in eine Mischung aus "sozialem Event" (gemeinsames Raufgehen inclusive Einkehr in der Gipfelhütte) und Konditionstraining (im Winter sicherlich praktikabler als Laufen oder Radfahren) zu bewegen. Auch ist vor allem bei nächtlichen Unternehmungen dieser Art eine planierte Piste für die Abfahrt von erheblichem Vorteil (soferne dort natürlich nicht ein paar Seile rumhängen.....)
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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von starli » 09.02.2011 - 13:12

Ist mir auch schon aufgefallen, in einigen Gebieten gehen mehr Tourengeher rauf als Skifahrer im Gebiet sind. Find ich schade, da ja die Tourengeher auch von den präparierten Pisten profitieren (sonst würden's ja nicht dort raufgehen) und die Bergbahnen verdienen nichts. Verstehen tu ich's jedoch nicht. Sollen's doch wo raufsteigen, wo kein Lift rauffährt, macht doch viel mehr Sinn. Oder mal zu Fuß zur Arbeit gehen anstatt mit dem Auto zu fahren :)
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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Kris » 09.02.2011 - 14:56

starli hat geschrieben:Ist mir auch schon aufgefallen, in einigen Gebieten gehen mehr Tourengeher rauf als Skifahrer im Gebiet sind. Find ich schade, da ja die Tourengeher auch von den präparierten Pisten profitieren (sonst würden's ja nicht dort raufgehen) und die Bergbahnen verdienen nichts. Verstehen tu ich's jedoch nicht. Sollen's doch wo raufsteigen, wo kein Lift rauffährt, macht doch viel mehr Sinn. Oder mal zu Fuß zur Arbeit gehen anstatt mit dem Auto zu fahren :)
Das Problem ist vielfach jedoch, dass es im Umkreis grösserer Orte einfach keine pistenlosen Aufstiegsmöglichkeiten gibt, da jene Bergflanken die mit Skipisten zupflastbar sind, eben zugepflastert sind. Der Skigrossraum Innsbruck ist hierfür ein gutes Beispiel. Hier gibts entweder schroffe Steilhänge, oder Skipisten (die in oft undurchdringbar dichten Fichtenmonokulturen eingelassen sind.).

Dass stets eine "gewalzte Piste" gesucht wird, glaube ich nicht mal, zumal sich -und das wird hier wohl nicht so bekannt sein- an klassischen Skitourenbergen (also keine Skigebiete) die Abfahrten sowieso einige Tage nach dem Schneefall zu übrigens oft sehr schönen Kleinpisten wandeln.

Ich denke dass jene lokale(!) Pistengeher den "skipistenfreien" Aufstieg auf jedem Fall bevorzugen würden, wenn es einen solchen wenigstens nur gäbe.

Was die Pistenproblematik betrifft:

Nach meinem Naturverständnis sollen Skigebietsbetreiber das Betreten der Skigebietsflächen dulden. Das ist hier auch keine strikt ökonomische oder rechtliche Frage, sondern eher eine gesellschaftliche oder philosophische, d.h. die Frage ob ein Privater grossflächig Naturressourcen innerhalb der Wilderness uneingeschränkt für seine Zwecke verwerten darf, oder ob dennoch eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft bestehen bleiben soll, die den freien Zutritt innerhalb von weitflächigen Naturflächen über das Recht der uneingeschränkten Privatverwertung stellt.

Im Falle der Verwertung von Freiräumen, die ja stets mit durchaus markanten Beeinträchtigung des Naturraums einhergehen, kann man sich zudem überlegen, ob der Verursacher quasi als Gegenleistung selbst eine gewisse vertretbare Beeinträchtigung in Kauf nehmen muss:
Indem er den Zutritt für alle und zu jeder Zeit gestatten muss. Also als Voraussetzung zur "Lizenz" zum großflächigen Wirtschaften im Naturraum.

Denn in Westeuropa kennen wir (im Gegensatz zum angelsächsischen Raum) ein Betretungsrecht von Naturlandschaften unter gewissen Bedingungen.
Dies wohl weil es dem Menschen als Lebewesen tief innewohnt, Freiräumen zu suchen und sich in in diesen frei zu bewegen.
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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von schneesucher » 09.02.2011 - 16:54

Kris hat geschrieben:
Dass stets eine "gewalzte Piste" gesucht wird, glaube ich nicht mal, zumal sich -und das wird hier wohl nicht so bekannt sein- an klassischen Skitourenbergen (also keine Skigebiete) die Abfahrten sowieso einige Tage nach dem Schneefall zu übrigens oft sehr schönen Kleinpisten wandeln.

Ich denke dass jene lokale(!) Pistengeher den "skipistenfreien" Aufstieg auf jedem Fall bevorzugen würden, wenn es einen solchen wenigstens nur gäbe.
Habe ich meine Zweifel, dass dies die alleinige Ursache ist. In Uri hats 50igmal mehr freie Berghänge als Hänge mit Skipisten. Trotzdem sieht man auch dort Skitourenfahrer, die die Pisten hinauflaufen.
Es ist vielleicht auch eine Art Herdentrieb. Da wo schon viele andere Leute herumlaufen kanns nicht verkehrt sein und auch nicht gefährlich.

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von gerrit » 09.02.2011 - 17:13

Tatsache ist, dass es nicht gefährlich ist (was Naturgewalten betrifft), dass man sich nicht um Routenplanung kümmern muss und dass oben meist Gastronomie anzutreffen ist. Es funktioniert auch ganz gut in stillgelegten Schigebieten, in denen die Gipfelhütten noch bewirtschaftet sind. Und Abfahrten in der Dunkelheit sind auf gewalzten Pisten einfach sicherer als auch beispielsweise auf ausgefahrenen Naturabfahrten.
Laufen geht man ja in der Regel auch eher auf angelegten Wegen als im Gelände, bei dieser Art von Tourensport dürfte es ähnlich sein.
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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von baeckerbursch » 09.02.2011 - 21:11

Laufen geht man ja in der Regel auch eher auf angelegten Wegen als im Gelände, bei dieser Art von Tourensport dürfte es ähnlich sein.
Sehe ich auch so. Joggen tut man ja schließlich auch auf Gehwegen, Straßen, Forststraßen oder sogar auf Laufbändern. Da würde auch keiner auf die Idee kommen nur auf kleinen Waldwegen zu laufen.

Oder mit deinem Mountainbike (am besten ein Fully) fährst du auch auf Teerstraßen - nicht nur auf Singletrails,


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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Downhill » 09.02.2011 - 21:29

baeckerbursch hat geschrieben:Joggen tut man ja schließlich auch auf Gehwegen, Straßen, Forststraßen oder sogar auf Laufbändern. Da würde auch keiner auf die Idee kommen nur auf kleinen Waldwegen zu laufen.
Joggen: ja.
Wandern/Bergsteigen: nein. Da versucht man ja grad, Forststraßen etc. zu vermeiden, da langweilig, überlaufen usw.

Vielleicht sollte man wirklich trennen und "Tourengehen" sowie "Pistengehen" als Bezeichnungen für unterschiedliche Dinge verwenden. Bis auf das Hochlatschen mit angeschnallten Skiern sehe ich nämlich nicht viele Gemeinsamkeiten.

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Kris » 09.02.2011 - 23:20

baeckerbursch hat geschrieben:Sehe ich auch so. Joggen tut man ja schließlich auch auf Gehwegen, Straßen, Forststraßen oder sogar auf Laufbändern. Da würde auch keiner auf die Idee kommen nur auf kleinen Waldwegen zu laufen.
Ehm, meine Joggingrunde führt zunächst den den Zirler Klettersteig (ganz) hinauf, dann kommt das Geraffel in den kleinen Rucksack eng an den Rücken, weiter gehts auf Jägersteig und Forststrasse zum Bhf. Hochzirl, dann entlang eines Wanderwegs mit Balkonaussicht über Inntal und Sellrainberge bis zur grossen Bogenbrücke der Mittenwaldbahn. Dort hinab in die Schlossbergklamm und über Jägersteige bzw. Stein und Fels durch die Schlucht runter zur Rampe vom "Zirler Berg", dann über Nebenstrassen und der gesperrten Bundesstrasse am Zirler Steinbruch retour zum Ausgangspunkt :-)

Also...kleine Waldwege motivieren mehr zum Joggen als Strassen meine ich... nur sind erstere halt oft nicht in Griffweite oder zu unflach... aber gut, jeder rennt wie er es gerne hat.


Einheimische Skitourengeher, sofern sie nicht ins Gipfelgasthasthaus wollen (was eher die ältere Generation anspricht) ziehen auch für die schnelle "mal eben auf den Berg" - Tour wohl das Freigelände vor. Unglücklicherweise muss man dazu meist weiter Autofahren, während die Pistentouren quasi am Stadtgebiet anfangen.

Nachts gebe ich Gerrit sicher recht, da ist die Abfahrt im Freigelände gegenüber der Skipiste müssig. Da es im Winter früh dunkel wird, wird das "nach der Arbeit um 5 schnell mal auf einen Berg" zwangsweise zur Nachtskitour und damit zur Pistentour. Das macht man halt wenn man schon ständig die Berge um sich herum stehen hat, Skitourenregelungen hin oder her.

Wobei, mit krassen LED Strahlern ist auch im überschaubaren Freigelände einiges lustiges machbar, zB. Lampsenspitze ...sind aber auch schon so 15 km Autofahrt dorthin.
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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Mark Jan » 10.02.2011 - 09:19

Aber im Dunkel die Piste runter zu fahren is auch nicht ohne gefahr. Da könne auch Sachen stehen, wie Stöcke (für Trainings uzw), Netze, Schneekanone, auch Pistenbullies können hochfahren um die Piste zu präparieren. Jedes Jahr gibt es ja wieder Unfälle mit Leute die im Dunkel runter fahren. Aufpassen muss du da auch immer.

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Pitz » 11.02.2011 - 23:13

starli hat geschrieben:Ist mir auch schon aufgefallen, in einigen Gebieten gehen mehr Tourengeher rauf als Skifahrer im Gebiet sind. Find ich schade, da ja die Tourengeher auch von den präparierten Pisten profitieren (sonst würden's ja nicht dort raufgehen) und die Bergbahnen verdienen nichts. Verstehen tu ich's jedoch nicht. Sollen's doch wo raufsteigen, wo kein Lift rauffährt, macht doch viel mehr Sinn. Oder mal zu Fuß zur Arbeit gehen anstatt mit dem Auto zu fahren :)
Das sehe ich komplett anders.

Bei uns sind in den 70er Jahren viele gute Tourenberge verloren gegangen wegen Seilbahnbau.

Die Tourengänger, welche diese Berge jetzt weiter nutzen, als eine Art "Schmarotzer" darzustellen, finde ich schon etwas unverschämt. In Österreich soll es ja wohl bereits Berge geben wo abkassiert wird, sehr fragwürdig das Ganze (Forstgesetz zur freien Betretung der Natur)

Bei mir kommt es auch manchmal vor dass ich an meinem Hausberg die Piste mit Tourenskiern hochlaufe, wenn ich z.B. kein Auto benutzen möchte oder wenn die Schneelage sehr schlecht ist.

Ich habe allerdings auch einen Saisonpass, den ich fast nie benutze.
Ich zahle dann gerne mit für die Tourengänger...

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von baeckerbursch » 23.12.2011 - 22:04

Besser spät als nie das Bild der Hütte am Geigelstein. Die Skis kommen nur von Tourengeher - und es waren noch eine Menge mehr im Gebiet unterwegs.
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2011-01-30_14-00-04_287.JPG

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Re: Der Skibebiets - Überdruss

Beitrag von Naturschneeliftler » 24.12.2011 - 08:04

@baeckerbrusch ich glaub, das heißt Skier, ned Skis
vor a paar Jahren hamse sogar die Hauptaabfahrt für Tourengeher präpariert...
Vereinzelt werden glaub ich auch Skifahrer mitbefördert!
--- Endlich ein vernünftiges Avatar seit Januar 2017 ---
--- Die Berge zu vermessen, ist zwar anspruchsvoll, macht aber auch unglaublich viel Spaß ---


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