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Steuerungen von Seilbahnen

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Lagorce
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von Lagorce »

Gibt's da keine Videoüberwachung? Sollte eigentlich Stand der Technik bei einer modernen KSB sein. Logischerweise sollten ja onehin LWL Leitungen zwischen den Stationen verlegt werden, die erlauben sowohl Feldbus- wie Videoübertragung. Am sinnvolsten ist es, dies über Ethernet-Schnittstellenconverter auf verschiedene LWL-Paare full-duplex zu übertragen.

Weiss jemand, wer die Steuerung zur BMF KSB gebaut hat?

Gebrückt von der Umlenkstation anfahren ist eher riskiert. Weiss nicht einmal, ob dies überhaupt bei allen Anlagen möglich ist. Jedenfalls ohne FUA läuft gar nichts, da ja die Antriebsstation keinen Freigabeefehl von der Umlenkstation übertragen bekommt und in welchem Masse von der Umlenkstationn überbrückt werden kann ist steuerungsabhängig.
Soviel ich weiss können antriebsstationsspezifische überbrückungen nur bedingt bzw. gar nicht von der Umlenkstation aus betätigt werden. Steuerungstechnisch gesehen kann die Umlenkstation vollständig ausgeblendet werden, allerdings nur im Notbetrieb zur Evakuirung, z.B. bei Verlust de FUA.

seilbahner
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von seilbahner »

Eine LWL Verbindung ist eigentlich Standard.
Und bei Siemens kann man vom Antrieb aus die Gegenstation komplett niederbrücken.
Dann gibst Du Hilfsfertig und los gehts.
Aber ohne Videoüberwachung ist das schon ein Ritt auf der Messerklinge.
Und ich denke wenn das bei Siemens geht, wird das bei den anderen auch möglich sein.
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Theo
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von Theo »

Also bei Sisag und Frey, in der Form wie in CH verbaut, kann man aus der Gegenstation an der Antriebsstation gar nichts brücken.
Das muss aber nicht überall gleich sein.
Eine Fernüberbrückung der AST macht teilweise schon sinn, vor allem wenn die AST mehrer Hundert Höhenmeter weiter oben liegt und man da ohne die Bahn je nach Verhältnisen nicht so einfach hin kommt.
Das ist alles gut und recht solange man weis was man tut, aber das ist ja eigentlich bei allem im Leben so.
Der letzte Regierungsvertreter wo an einer Pressekonferenz etwas für die Menschen positives gesagt hat und dies dann auch später eingehalten hat war Günter Schabowski am 9.11.1989.
Lagorce
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von Lagorce »

Na ja... Steuerungsbauer Semer gehört zur Poma Gruppe. Aber vermutlich wurde dies vom Kunden vorgeschrieben. In Frankreich gäbe es sonst noch Seirel. Mir sind zwar technisch gesehen Frey sowie Sisag Steuerungen weitaus lieber.

Die Siemens-Seilbahnsteuerungen kenne ich nicht, ich dachte, dass sich Siemens eher auf Grossprojekte konzentriert, sprich Grosskraftwerke, KVAs usw. Ich vermute jedoch, dass diese sehr gut ausgeführt sind.

Da nebst für Notantriebslauf Überbrückungen weitgehend sicherheits-SPS-softwareseitig gehandhabt werden, ist es lediglich eine Softwarefrage, dies zumindest solange die Verbindung (meist Feldbus ggf. Feldbus über LWL bzw. über Schnittstellenconverter) zwischen Antriebs- u. Gegenstation funktionstüchtig ist.

Was rein von der steuerungstechnischen Machbarkeit aus gesehen überbrückt werden kann, ist dann lediglich eine Softwarefrage. Einzelheiten sind u.U. je nach Abnahmebehörde was unterschiedlich. Gewisse Überwachungen wie z.B. Getriebeöltemperatur sind ohne weiteres beim einem Kaltanlauf überbrückbar; Fehlstellung (d.h. keine Endlagerückmeldung) einer Weiche könnte schon kritischer sein.

Beim Einsatz des Notantriebes muss die Antriebsstation besetzt sein, zudem sind zahlreiche Überbrücküngen für Notantrieb mit Steuerungsverlust onehin hardwaremässig SPS-unabhängig ausgeführt.

Moderne Steuerunggen sollten eigentlich ein vollständiges Logging (Protokollierung) der Bedienereingriffe, Fahrgeschwindigkeiten, Bremskurven, Bremsschaltzeiten usw. ermöglichen, ähnlich wie ein Flugdatenrecorder. Natürlich geht dies nur solange die Hauptsteuerung funktioniert, da normalereweise für Seilbahnen keine getrennte Ereignisaufzeichnung stattfindet, wie es z.B. bei Eisenbahnen usw. der Fall ist.
Inwieweit die aufgezeichneten Daten durch den Benutzer aufgerufen werden können ist wiederum steuerungsherstellerabhängig. Oft sind zahlreiche Daten nur durch den Steuerungshersteller abrufbar wobei sich diese Bemerkung eher auf den allgemeinen Grosssteuerungsbau bezieht. Hauptziel ist, bei einem Zwischenfall möglichst genau den Ablauf erforschen zu könenen und dabei sind z.B. Aufzeichnungen von Bedienereingriffe weitaus zuverlässiger als Bedieneraussagen.
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ATV
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von ATV »

ATV hat geschrieben:Häng mich nicht auf aber ich meinte Semer. Von den schweizern war sicher keiner.
Kannst mich Hängen.

Muss mich entschuldigen. Die Steuerung lieerte nicht Semer sondern die Italienische Firma Ansaldo STS:

http://www.ansaldo-sts.com/AnsaldoSTS/EN/index.sdo

Woher nimmst du dich ansicht, dass die Schweizer Steuerungen besser sind?

Probleme mit der Zonenüberwachung kann man immer haben. Gibt Anlagen die Probleme mit Fön und der Zonenüberwachung haben. usw usw.

Ich muss aber wieder mal feststellen, dass bei den Deutschen und Österreichern alles ganz anders ist. Den Knopf "Hilfsfertig" hab ich noch nie gesehen. In der Schweiz gibts einen Knopf "Überbrückung" den man, nach einschalten der Überbrückunegn oder Ersatzsteuerungen, zusammen mit dem Startknopf drücken muss. Dazu muss Poti Null sein. Ersatzsteuerungsschalter gibts wohl auch nur in der Schweiz. 8O


Schweiz haben alle neuen Bahnen standartmässig eine Aufzeichnung die man in Echtzeit abrufen kann. Wie das im Ausland ist wei ich nicht so genau. Bei Leitner gibts aber sowas nicht nur eine art Blackbox. Zumindest die die ich gesehen hab. Ansonsten eine EVA mit Softwareausgabe ist auch noch nützlich.
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von seilbahner »

Ich mach euch mal ein Foto von der Steuerung meiner Siemens Anlage. Ist eine S5- S7 zweikanalig.

Eine Aufzeichnung gibt es nicht, aber einen Fehlerspeicher, der sich nach 5 Tagen selber wieder leert.
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ATV
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von ATV »

Wie gesagt ich kenne nur die schweizer Systeme und da gibts schon 4 oder 5 verschiedene. Wobei die aus Stans und die aus Altdorf etwa gleich sind. Zumindest das Handling. Schwieriger wirds dann mit den Alptronic, ABB/BBC, Dimag, Kündig und zum Schluss Tabelec. :roll: Sind alle auf grossen Bahnen noch anzutreffen. Jede ist anders aufgebaut.

Währe cool mal ein Paar Fotos von einer Siemenssteuerung zu sehen. Die FUA (von wem? Teichmann? EAG? Frey? Gfeller?, Kündig? Schmid?) währe auch cool wenn davon ein Detailfoto hättest. Du hast einen Gleichstromantrieb Seilbahner oder?? DCS. Von wem sind die Stromrichter? ABB/ZAV?

Wieso verbaut man eigendlich in ganz Europa noch Gleichstrommaschinen? 8O

Ahh ja Seilbahner wie machst du Bremsproben? Stopuhr?
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von PB_300_Polar »

Was ist denn eine FUA?
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ATV
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von ATV »

FernUeberwachungsAnlage
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Re: BMF-Seilbahnbau(CH)baut Wopfner Kuppelklemme

Beitrag von seilbahner »

Die FUA ist in die Siemensanlage eingebettet und ist von Teichmann. Wobei die Teichmannanlage das einzige ist, was uns Regelmässig Probleme bereitet.
Die Streckenüberwachung ist permanent Nachzujustieren.

Die Gleichrichter sind Simoreg von Siemens.
Eigentlich ist die komplette Steuerung ausser der FUA von Siemens.
Über den Lichtwellenleiter gehen nur Informationen der Steuerung, aber keine Schaltbefehle oder Sicherheits oder Steuerungsbefehle. Das war 2004 noch nicht erlaubt.
Warum bei uns und in Österreich noch Gleichstromanlagen verbaut werden liegt wahrscheinlich am preis und an dem ; das haben wir schon immer so gemacht, deshalb machen wir es weiterhin so".

Die Bremsproben werte ich über die Visualisierung aus, das kann ich alles auf die Zehntelsekunde und auf den Zentimeter genau ablesen inklusive Bremsdiagramm.
Die Stoppuhr wird noch zusätzlich vom TÜV mann verwendet.
Bei uns in D kommt bei Seilbahnanlagen jedes jahr der TÜV und nimmt die Anlagen ab. Dauert ca. 3 Tage.
Bei Schleppern kommt er alle 2 jahre.
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von Lagorce »

Gewisse französischen Steuerungshersteller setzen was veraltete Konzepte ein. Über allgemeine Vergleiche zwischen Steuerungen aus verschiedenen Ländern möchte ich mich lieber nicht einlassen, habe jedoch genügend Erfahrungen gemacht, insbes. im Maschinen- und Prozessleitsystembereich. Schaut einfach schon mal die Schaltunterlagen, die Kennzeichnungssystematik usw. an.
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von Seilbahnfreak_23 »

Ich hätte da auch mal eine Frage an die Fachmänner:
1.) Die S7-SPS von Siemens ist doch eine Failsafe-SPS. Gibts da auch andere Hersteller die solche Steuerungen herstellen.
2.) Und mir sind schon öfters so gelbe SPS untergekommen in Schaltschränken von Seilbahnanlagen, was für Hersteller ist das? Siemens schließe ich persönlich aus.

Mfg Danke Seilbahnfreak_23
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von PB_300_Polar »

Es gibt noch von Möller eine kleine SPS und von Mitsubishi. Es gibt um die 300 SPS Hersteller.
Als Beispiel gibt es noch Lenze, Pilz (das sind die gelben), elap, Festo,Jetter, schleicher,...
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Ram-Brand
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von Ram-Brand »

^^ genau.
Da gibt es viele Hersteller.

Siemens ist im deutschsprachigen Raum sehr weit verbreitet.
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von PB_300_Polar »

Ich würde sogar fast sagen, dass die Siemens SPS die am weitesten verbreiteste ist und auch marktführer ist.

Ist aber off-Topic.
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Ram-Brand
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von Ram-Brand »

Info nebenbei.
Die Langeggbahn in Sölden hat eine Pilz SPS.
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von Lagorce »

SPS-Hersteller gibt es massenhaft. Gewisse Produkte werden sogar von verschiedenen Anbietern angeboten (private-labeling Produkte).

Weltweite Marktführer sind Siemens und Allen-Bradley (Rockwell Automation). Im Asiatischen Bereich findet man oft Mitsubishi. Telemecanique ist hauptsächlich im französischprachigen Raum verbreitet, mehr mag ich zu diesem Hersteller nicht sagen.

In Sachen Zuverlässigkeit, Programmiersoftwarequalität- u. -benutzfreundlichkeit sowie Support und Dokumentation gibt's massive Unterschiede. Wichtig ist eine gute Verfügbarkeit. Es git etliche gute kleinere SPS-Hersteller, da stellt sich lediglich die Ersatzteilfrage, viele erinnern sich an die Übernahme von Sprecher & Schuh durch Allen-Bradley, das wurden die SESTEP kurzfristig abgekündigt.

Die gelben SPS-en sind im Seilbahnbereich meist sicherheitsoriente Komponenten von Pilz-Steuerungen, insbes. der PSS Baureihen.

Betrachtet man programmierbare Sicherheitssteuerungen so sind gibt's nur noch relativ wenige Hersteller. Als Sicherheitssteuerung bezeichnet man meist eine Steureurung, die der Anforderungen für SIL 3 erfüllt Früher basierte man sich auf Steuerungskategorien (nach der alten EN 954 usw.) sowie Anforderungsklassen (AK) nach DIN V 19250) usw.).
AK und Kategorien lassen sich mt den SIL sowie den neu eingeführten PL (Performance Levels) nur bedingt vergleichen, da die Definitionen nicht übereinstimmen.
Vereinfacht gesagt, können Sicherheits-SPS für die meisten sicherheistorienten Funktionen im Anlagen- und Maschinenbereich eingesetzt werden. Höhere Anforderungen wie z.B. SIL4 od. AK8 sind unüblich (siehe ziviler und militärischer Nuklearbereich u. Flugfahrtbereich wo teils spezielle Richtlinien zur Anwendung kommen).

Bei programmierbaren Sicherheitssteuerungen unterscheidet man zwischen den Anwendungsbereichen Maschinen und Prozesssteuerungen.

Prozesssteueurungen wie man sie in der Chemie, Petrochemie, Kraftwerksbau usw. findet haben meist ein sehr hohe Anzahl I/Os (oft bis zu mehreren zehntausend), weisen eine hohe Verfügbarkeit aus (bis zur 4-fachen Rendundanz, also 4-kanaliger Aufbau, für kritische Schutzsubsysteme), haben jedoch oft relativ langsame Reaktionszeiten (einige hundert Millisekunden sind nicht unüblich).
Maschinenorientierte Steuerungen garantieren kürzere Reaktionszeiten, sind meist nicht mehrkanalig Redundant zur Verfügbarkeitssteigerung ausgeführt (jedoch z.T. mehrkanalig zur Wahrung der Sicherheitskategorie). Sind wesentlich preisgünstiger als TMR (Triple Modular Redudant) oder gar QMR (Quadruple Modular Redundant) Steuerungen. TMR und QMR Steuerungen sind i.d.R. sowohl sicherheitsorientiert (Wahrscheinlichkeit eines gefährliche Fehlers ist sehr gering) wie hoch verfügbar.(Wahrscheinlichkeit eines Ausfalles ist sehr gering).
TMR und QMR Systeme habe Voting-Schaltungen, die z.B. im 2oo3 (2 out of 3, also 2 von 3) od. bzw. 3oo4 Modus arbeiten, bei Ausfall eines Kanals geht das System in den 2oo2 bzw 2oo3 Modus über. usw. Natürlich sind bei solchen Systemen die meisten Komponenten ohne Betriebsunterbruch austauschbar (hotswapfähige CPUs, COMs, Netzteile und I/Os). 2oo2 bedeutt z.B. dass wenn Auswertung zweier Temperaturmesskanäle ca. 135 °C ergibt und der dritte 49 °C, dann wird einfach 49 °C ignoriert.

Hersteller von programmierbaren Sicherheitsprozesssteuerungen (SIL 3): ABB (ABB August), Triconex, Hima, Honeywell, Yokogawa usw.

Hersteller von SIL 4 festverdrahteten Steuerungen: Hima (weitere sind vermultich projekspezifische Entwicklungen).

Hersteller von programmierbaren Sicherheitsmaschinensteuerungen (SIL 3):
Pilz (Kompakt- und Modularsteuerungen), Siemens (Modularsteuerungen S7-400F (nur mit externen I/Os), S7-400F/H (nur mit externen I/Os; hochverfügbar); S7-300F und die abgekündigten S5-F, Hima, ABB; Allen-Bradley (z.T. OEM-Versionen von Hima) usw

Zu beachten ist, dass die Siemens S7-300F und S7-400F bzw. S7-400F/H hardwaremässig CPU-seitig nur einkanalig (bzgl. Sicherheit) aufgebaut sind. Die Sicherheit erhofft sich Siemens durch zeitverschobene doppelte Ausführung der diversitär kompilierten Software. Im Vgl. basiert z.B. die PSS3000 Baureihe von Pilz auf einem echten diversitären dreikanaligen Aufbau. S7-F und die Pilz sind jedoch beide für SIL 3 Anwendungen vorgesehen.

Zudem werden applikationspszifisch entwickelte programmierbare Steuereungen eingesetzt, z.B. im Eisenbahnbereich.

Man beachte, dass eine SIL 3 Steuerungskomponente an solche noch keine Gewähr für SIL 3-Tauglichkeit des Gesamtsystems ist den die Sicherheitsanalyse muss das Gesamtsystem miteinbeziehen.

Seilbahnsteuerungen sind meist sehr sicher (also SIL 3), punkto Verfügbarkeit lassen sie jedoch zu wünschen übrig, das selten Redundanz zur Erhöhung der Verfügbarkeit zu Einsatz kommt, dies ist zwar eine was persönliche Einschätzung. Beim Gesamtpreis eine Bahn würde eine teilweise Verdoppelung der Sensorik, SPS-en, Netzteile usw. kein so grosser Unterschied darstellen. Man beachte, dass bei Ausfall der Sicherheits und/oder Normal-SPS die Anlage evakuiert werden muss.
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ATV
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von ATV »

In der Schweiz sind bei Seilbahnsteuerungen folgende im Einsatz:
Siemens S5, S7 200 (Klemmkraft) , 300, 400, B&R (Visualisierung), Pilz und teilweise bei den ersten SPS Steuerungen BBC Procontic. Aber fragt mich jetzt nicht welche Anlage welche drinn hat. Was wie wo eingesetzt wird unterscheidet sich ganz durch den Hersteller.
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von Lagorce »

ATV hat geschrieben:In der Schweiz sind bei Seilbahnsteuerungen folgende im Einsatz:
Siemens S5, S7 200 (Klemmkraft) , 300, 400, B&R (Visualisierung), Pilz und teilweise bei den ersten SPS Steuerungen BBC Procontic. Aber fragt mich jetzt nicht welche Anlage welche drinn hat. Was wie wo eingesetzt wird unterscheidet sich ganz durch den Hersteller.
In den meisten Sicherheitssteuerungen ist nur ein Teil sicherheistorientiert ausgeführt, dies aus Kostengründen. In de Praxis beruht typischerweise der nicht-sicherheitsrelevante Teil auf einer od. mehreren normalen SPS und der sicherheitsrelevante Teile auf eine (od. bei grossen Anlagen und/oder stark dezentralen Anlagenteile wie Antriebs- u- Umlenkstation bei Kuppelbaren Umlaufbahnen, mehrere) Sicherheits-SPS.
Modulare Pilz, Siemens S7-300F und S7-400F erlauben zwar den gemischten Aufbau, d.h. dass die selbe SPS sowohl sicherheitsorientierte Programmteile wie nicht-sicherheitsorientierte Programmteile bearbeiten kann und es können ggf. Sicherheits- sowie Normal-I/O-Modulen in derselben Steuerung eingesetzt werden (bei der S7-400F können jedoch für Sicherheits-I/Os nur dezentral.angeschaltet werden).
Oftmals ist est jedoch sinnvoller, der sicherheitrelevante SPS Teil komplett getrennt vom konventionnellem SPS Teil auszuführen.

In der Schweiz sind im Grunde genommen sämtliche Sicherheits-SPS, die SIL 3 erfüllen zugelassen, man muss lediglich den Nachweis der Einhaltung des Sicherheitsniveaus der Gesamtsteuerung belegen. Da kann sich das BAV kaum entgegensetzen sofern die Anforderungen der CEN und IEC Normen und Richtlinien erfüllt sind.

Die Siemens S5-F Sicherheits-SPS sind veraltet (abgekündigt) und werden nicht mehr bei Neuanlagen eingesetzt.

Die modulare Siemens S7-300F Sicherheits-SPS ist weit verbreitet, wird u.a. durch Sisag eingesetzt (z.B. mit einer Bernecker & Rainer (B&R) als Normal-SPS). Sie eignet sich gut für Seilbahnen, da die Anzahl I/Os nicht so hoch ist (so etwa bis ein paar Hundert).

Die modulare Siemens S7-400F bzw. hochverfügbare S7-400F/H Sicherheits-SPS sind eher für den Prozessbereich. Die F-CPUs sind extrem teuer und nur schon der Baugruppenträger und das (od. die) Netzteile sind ebenfalls nicht gerade billig. Zudem können leider, .m.E. der grösste Nachteil für Grossanlagen, nur konventionnelle Baugruppen in den zentralen oder den/die dezentralen Baugruppenträger gesteckt werden.

Die Pilz PSS3000/PSS3100 sind sehr verbreitete Sicherheitssteurungen und sind in gewissen Ländern für kritische Anwendungen zugelassen wo die Siemens S7-300F u. S7-400F bzw. S7-400F/H mangels mehrkanaligem Hardwareaufbau nicht zugelassen sind.

Hima Sicherheitssteuerungen sind im Seilbahnbereich selten obwohl die sich dafür gut eignen und Hima ist wie Pilz eine der wenigen auf Sicherheitssteuerungen hochspezialiserte Firmen. Zudem beherrscht Hima die sicherheitsorientierte Ethernet Kommunikation, was die Vernetzung vereinfacht (Pilz hat dies schon lange angekündigt aber noch ncht auf den Markt gebracht, kommt glaub ich diese Jahr).

Allen Bradley (Rockwell Automation) Guard PLC sind ebenfalls sehr selten im Seilbahnbereich.

Seitens konventionneller SPS ist die Auswahl weitaus grösser.

Sovel ich mich erinnere, setzt Frey oft Siemens S7-300 für den Normalteil und Pilz für den Sicherheitsteil ein. Sisag S7-300F für den Sicherheitsteil und B&R für den Normalteil. Alptronic hat glaube ich sogar Saia SPS als Normalsteuerung eingesetzt .

Die S7-400 eignet sich aus Kostengründen nicht so gut für Bahnen, da sie eher für Anlagen mit grosser Anzahl I/Os wie Grossmaschinen und Prozessanlagen.gedacht ist.

Die S7-200 ist eine kleine preisgünstige konventionnelle SPS. Bei der Klemmkraftprüfung wird sie (nicht sicherheitsorientiert) zur Vorverarbeitung der Analogsignale der Sensoren eingesetzt, dies um die Sicherheits-SPS zu entlasten, da das Zeitmessfenster ziemlich kurz ist und mit der Zykluszeit der Sicherheits-SPS problematisch sein kann (dasselbe gilt für kurze Durchfahrtsimpule wo u.U. eine externe Impulsverlängerung erforderlich ist, es sei dann man setzt interruptfähige Digitaleingäge ein). Zudem sind ggf. Analog-I/Os bei der S7-200 aus marketingstrategischen Gründen preisgünstiger als bei einer S7-300 oder S7-400.

Übrigens ist die Stationssensorik meist konventionnell, d.h. man erreicht die Sicherheit durch redundant aufgebaute Sensorik, im Gegensatz zu Sicherheitssensorik wie z.B. Sicherheitslichtschranken für Pressen oder mit Gegenstück codierte Sicherheitsnäherungsschalter.

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ATV
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von ATV »

Hi.

Die Analog-I/O der S7 200 wird für die Klemmkraftauswertung benutzt und eigenständig.
Die S7 300F ist bei kuppelbaren Anlagen in einer Art Master/Slave aufgesplittet. Die Auswertung der Sicherheitsrelevanten Sensoren im Stationsbereich wie Zonenüberwachung, Kontrollblenden, Weichenblenden usw. werden direkt auf der Station in einer separaten SPS ausgewertet die sich in einer Dose auf der Station befindet. Diese liefert der SPS in der Steuerung nachher die schon ausgewerteten Sensordaten über ein oder mehrere Stammkabel. Damit muss man nicht 200 Kabel 4x1 in den Kommandoraum ziehen. Die SPS sind untereinander mit Profibus verbunden. Gewissen Sensoren haben bei den hohen Fahrgeschwindigkeiten aber nur eine kurze Bedämpfungszeit wodurch sie mit Impulsverlängerern versehen werden, damit die SPS mit ihrer längeren Reaktionszeit die Impulse überhaupt erfassen kann. Befindet sich alles in einem abgesetzen Slave Schaltschrank auf der Station.
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Lagorce
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von Lagorce »

Du meinst, die S7-200 führt eigenständig die Klemmkraftprüfung durch, d.h. u.a. dass Grenzwerte direkt in der S7-200 abgelegt werden und mittels Digital-I/Os mit der restlichen Steuerung kommuniziert? Ich dachte mir eigentlich, dass die S7-200 lediglich die Signavorverabeitung durchführt, insbes. die Erfassung des Spitzenwertes, da ja die Kuppelrolle unter der Messstelle durchfährt ergibt sich vermutlich ein was glockenförmiges Analogsignal, das müsste man mit einem DSO (Digital-Speicheroszilloskop) anschauen.
Weisst Du, wie die Klemmkraftprüfung an die Steuerung angebunden ist? Z.B. über Feldbus, Go/No-Go Digitalsignalaustausch, Analogwert (mit sowas wie Sample & Hold Funktion, also ein Art "analoge Impulsverlängerung")?

Bei den dezentralen I/Os vermute ich, dass es sich lediglich um dezentrale Erweiterungen handelt, d.h. ohne lokale Programmverarbeitung. Gewisse dezentrale I/Os sehen von weitem ähnlich wie Zentralgeräte aus. Da Sicherheits-SPS-CPU Baugruppen sehr teuer sin, gehe ich davon aus, dass nur eine Sicherheits-CPU pro Station eingesetzt wirdt. Zudem ist die notwendige CPU-Leistung auch nicht so gross obwohl das Programm ziemlich komplex ausfällt.

Streng genommen gehe ich nicht von einem Master/Slave SPS Betrieb aus. Ein Master/Slave Betrieb liegt vor, wenn eine (meist) konventionnelle Steuerung (meist) zwecks Erhöhung der Verfügbarkeit doppelt ausgefüht ist und bei Ausfall der Normalsteuerung die hot-stand-by Backup-Steuerung den Prozess (ggf.) unterbruchslos übernimmt. Diese Philosophie war bei grossen Prozessanlagen üblich. Heutzutage setzt man eher SPS mit integriertem Redundanzkonzept ein, da die Planung, Ausführung und Wartung einfacher ist (z.B. mit S7-400H) oder halt eben verteilte Prozessleitsyteme (traditionnelle DCS, Distributed Control Systems)).
Master/Slave Konzepte ohne Sicherheitssteuerung findet man z.B. bei U.S. Roller Coaster (Gross-Achterbahnen) oder gewissen U.S. Seilbahnen. Man beachte, dass in den U.S.A. z.T. aus U.S. Entwicklung stammende Seilbahnsteuerungen zum Einsatz kommen, die keinerlei die minimalsten Sicherheitsanforderungen nach europäischer Sicht erfüllen.
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von ATV »

Hi. Tut mir Leid, wenn ich Dir nicht alle Fragen beantworten kann, entweder weis ich es schlichtweg nicht, oder es überschreitet meine Kompetenzen. Fotos reinstellen kann ich auch Dir leider grösstenteils auch nicht.

Bild
Hier rausgeschnitten eine externe abgesetzte Sensorauswertung einer Station. Vielleicht kannst du damit was anfangen??
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von Lagorce »

Muss Dir ja nicht Leid tun. Wir haben alle unsere Fachgebiete.

Sieht so aus wie Siemens ET200S dezentrale I/Os (Inputs/Outputs; Ein-/Ausgänge) mit den gelben Sicherheits-I/Os (graue I/O-Module sind nicht sicherheitsorientiert, also nicht sog. "fehlerfrei"). Links ist das violette Feldbuskabel ersichtlich. Dezentrale I/Os vereinfachen die Verdrahtung wesentlich. Für die Steuerung verhalten sich diese dezentralen I/Os so etwa wie wenn sie direkt zentral angeschlossen wären da die Verzögerungszeiten durch die Feldbusübertragung gering sind und ausser in zeitkritischen Anwendungsfällen nicht von Bedeutung sind.

Hast Du etwa noch weitere Bilder von Steuerungen?

Weiter oben in diesem Topic hab ich früher mal ein paar links aufgeführt.

Bzgl. Sesselstau vermute ich, dass es sich um Tests handelte oder man hat gegen die Betriebsvorschriften vertossen (Überbrückung usw.). Im Normalbetrieb ist sowas nicht möglich. Ausfall eines Zonennäherungsschalters hat keinen Sesselstau zur Folge. In der Risikoanalyse wird der Ausfall jedes Sensors berücksichtigt.
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von ATV »

Wie gesagt, ich hätte massenweise Fotos, nur würde das ganz klar Kompetenzen überschreiten sowas ins Netz zu stellen. Fotoausschnitt oben stammt aus einer chinesischen Anlage die angepasst werden musste auf SIL3.

Alternativ hätte ich ein paar Fotos einer BBC Steuerung mit Procontic SPS drinn. Baujahr 1988. Glaub die interessiert heute keiner mehr.
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Fast schon Seltenheitswert bei Seilbahnen. Letzten Sommer kamen mindestens 4 Stück weg. Adelboden (3x) und St. Moritz.

Programmierung über EEPROM.


Zur Zonenüberwachung. Wenn ein Sensor kaputt ist, steht die Anlage nach einem Sessel. Die Zonenüberwachung kontrolliert ab ein Sessel einen bestimmten Bereich in einem bestimmten Zeitfenster durchfährt. Dazu werden 2 Sensotren pro Blockabschnitt benötigt. Die Einfahrt in die Zone wird von Sensor 1 erfasst. Ab diesem Zeitpunkt wird über einen Impulsgeber, der sich auf der letzten Seilrolle bedindet, die Impulse gestopt bis Sensor 2 anspricht der zurückmeldet, dass die Blockstrecke wieder frei ist. Wird Sensor 2 nicht innerhalb der vorgegebenen Anzahl Zählimpulse bedämpft wird Nothalt ausgeführt. Gleichzeitig wird auch Nothalt ausgeführt wenn Sensor 1 bedämpft wird bevor Sensor 2 bedämpft wurde. Zwischen Sensor 2 und Sensor 3 wiederholt sich das ganze Schauspiel, dann zwischen 3 und 4, usw, usw, bis das Fahrzeug die Station wieder verlässt. Bei älteren Standartanlagen mit relativ grossen Sesselabständen benötigt man 4 Zonen Einfahrt und 4 Zonen Ausfahrt. Bei neueren mit 90° Ausstieg, Kombibahnen, Fussgängerausstiegen, usw. braucht es dann erhelblich mehr so gegen 16. Teilweise wirds ME auch etwas übertrieben. 6er Sesselbahn 90° Ausstieg alleine in einer Kurve 7 Zonen.

Wenn man jetzt einen Sensor kaupt hat stopt die Anlage schon nach einem Sessel. Es sei denn man Überbrückt das ganze.
Probleme mit der Zonenüberwachung gibt es zu Beispiel wenn der Wind Frontal in die offenen Bubblesessels bläst und so den Sessel leicht Verzögert wird. Sesselstau ist ein Phänomen das ich noch nie fabriziert habe. Nicht mal beim ausgaragieren von Hand bringt man das fertig.

Vielleicht mit mehrerern platten Reifen, Überbrückt bei Schneesturm fahren aber sonst? Wie macht man das?
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Re: Steuerungen von Seilbahnen

Beitrag von PB_300_Polar »

Ich darf mich mal kurz für die tolle Diskussion bedanken. Macht richtig Spaß da mit zu lesen
Der Schnee kommt.....

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