Ein neuer Tag, und schon wieder erwartet uns strahlender Sonnenschein. Also nach dem Frühstück schnell das Gepäck ins Auto und ab hinunter nach Sterzing. Noch eine Ehrenrunde um das Werk von Leitner und das neue Prinoth-Werk daneben, gelegen hinter Sterzing in Richtung Ridnauntal/Ratschings/Jaufenpass, und schon gehts hinauf. Die Nordseite des Jaufenpasses ist nicht sonderlich spektakulär, es geht zunächst durch den Wald, der sich irgendwann öffnet und den Blick freigibt auf die Kalcher Alm, auf der früher als Teil des Skigebiets von Ratschings ein uralter Leitner-Tellerschlepper stand (ich bin selbst noch damit gefahren!), der vor einigen Jahren durch eine fixe 3SB ebenfalls von Leitner - von wem auch sonst in der Gegend - ersetzt wurde.
Kurz vor der Passhöhe führt die Straße dann auch direkt an der Bergstation dieser SB vorbei, bevor der interessante Teil des Jaufenpasses beginnt und es in steilen Serpentinen hinab ins Passeiertal geht. Da für unser heutiges Tagesziel Sölden im Ötztal vorgesehen war, folgten wir in St. Leonhard im Passeiertal der Straße in Richtung Timmelsjoch. Sicher einer der schönsten und spektakulärsten Pässe der Ostalpen, aber leider im Gegensatz zum Hahntennjoch sehr bekannt und an schönen Tagen wie diesem etwas voll. Dafür bieten sich traumhafte Blicke in die teils vergletscherten Ausläufer der Stubaier und Ötztaler Alpen, die das Timmelsjoch bekanntlich trennt. Und auch die Materialseilbahnen, die das hintere Passeiertal überspannen sind sehr gewagt. Bestimmt 10 oder 15 Exemplare liegen am Weg.
Hinter der Passhöhe folgt dann der weniger spektakuläre aber dafür mautpflichtige österreichische Teil der Straße, die an Hochgurgl vorbei ins Ötztal führt. Auch hier bieten sich wiederum wunderbare Ausblicke auf die Gletscherwelt des hinteren Ötztals. Trotz alledem hielten wir uns auch in Hochgurgl nicht länger auf als für die obligatorischen Baufotos der neuen Schermerbahn unbedingt nötig, denn schließlich wollten wir am heutigen Tag noch ein wenig dem Sommerskispaß fröhnen.
Vor einigen Jahren noch, als ich im August am Stubaier Gletscher unterwegs war, habe ich die Leute nicht verstanden, die mitten im Sommer dort am Eisjochlift bei Nieselregen im tiefen Schnee herumrutschen mussten. Seit es das Alpinforum gibt, weiß ich, daß sich auch auf aperen Gletschern manchmal ganz gut skifahren lässt und daß die Schneebedingungen damals am Schaufelferner recht gut gewesen sein müssen. Und animiert durch einige Berichte aus den letzten beiden Sommern wuchs der Wunsch, es selbst einmal auszuprobieren. Die richtigen Ski hatten wir allerdings in weiser Voraussicht daheim gelassen, denn bekanntermaßen ist die Schneedecke auf den Gletschern um diese Jahreszeit am dünnsten und wir wollten nicht riskieren, unser Material dort oben kaputt zu fahren. Also hatte ich mir ein paar Snowblades eingepackt - die Teilnehmer vom Kölner Treffen vor einem Jahr werden sich erinnern - die ich mit meinen steigeisenfesten Bergschuhen testen wollte, und der Admin hatte ein paar alte BigFoots dabei.
Eine Hürde stand uns allerdings noch im Weg, denn wir wollten einerseits keine teure Tageskarte für den völlig übertriebenen Preis von 30 Euro kaufen, andererseits aber auch keine 16,50 Euro für die Gletscherstraße und nochmal 11 Euro für eine Einzelfahrt mit der Schwarzen Schneidbahn ausgeben. An der Mautstelle der Gletscherstraße angekommen, ließ sich das Problem jedoch auf elegante Weise mit einem Skipaß ab 14 Uhr für faire 14 Euro umgehen. Der freundliche Herr an der Mautstelle stattete uns auch gleich noch mit Prospekten und Aufklebern aus und verriet uns, daß es Pläne gibt, im kommenden Sommer die Stabelebahn zu ersetzen. Und so erreichten wir um kurz vor zwei Uhr am Nachmittag den Parkplatz am Rettenbachferner.
Schnell in die Sommerskiklammotten geschmissen - beim Admin bestehend aus Jeans, Windjacke und Skistiefeln, bei mir bestehend aus Wanderhose, Gamaschen, Forums-Fleece und den erwähnten, schweren Bergstiefeln, und ab gings hinauf zur Schwarzen Schneid. Leider reicht der Schnee nicht mehr bis an die Bergstation heran und man muß, genauso wie an der Mittelstation auch, ca. 30 m laufen, bis die Piste anfängt. Dies sollte uns in den kommenden zwei Stunden jedoch nicht weiter stören.
Die ersten Schwünge auf dem ungewohnten Material waren noch etwas unbeholfen, aber langsam gewöhnten wir uns daran und die hervorragenden Bedingungen mit Firnauflage auf den oberen drei Vierteln der Piste taten ein übriges, uns zu begeistern. Schnell eine zweite Abfahrt, bei der dritten dann ein kurzer Abstecher durch den Skitunnel zum Tiefenbachferner und zurück und vor der letzten Abfahrt noch ein schneller Aufstieg zur Aussichtsplattform oberhalb der Bergstation der Schwarzen Schneidbahn, und schon waren die zwei Stunden wie im Flug vorbei. Danach noch schnell am Pitztaler Jöchl vorbeigeschaut und die Pflichtaufgaben Baustelle Seiterkarbahn und Vor-Ort-Besichtigung zur Machbarkeit des alternativen Golden Gates erfüllt, und ruckzuck war auch diese äußerst geniale Episode unserer Tour vorbei.
Wir entschlossen uns schließlich, doch nicht in Sölden zu übernachten und gleich weiter ins Kaunertal zu fahren, um am nächsten Morgen gleich vor Ort zu unserer nächsten Aktion starten zu können.
Kurz hinter der Passhöhe am Jaufenpass. Es geht hinunter ins Passeiertal
Blick in den Talschluß des Passeiertals
Die Südseite des Timmelsjochs. IMHO gigantisch.
Nach der ersten Kehre öffnet sich der Blick auf einige Gletscher
Die Straße fräst sich durch den Hang
Der Grenztunnel zwischen Italien und Österreich. Ab hier geht es quasi eben bis zur Passhöhe
Oben.
Von der Passhöhe selbst ist die Südseite des Wurmkogels zu sehen, der mit 3082 m höchster Punkt des Hochgurgler Skigebiets ist.
Dreht man sich um 90°, so fällt der Blick auf das Skigebiet von Sölden am Gaislachkogel
Hochgurgl: Im Vordergrund die neue Uni-G 6KSB, dann die Kirche und dahinter die Mittelstation der Leitner-EUB, die von Untergurgl heraufführt. Sowas gibts nur in Österreich.
Trasse der neuen 6KSB. An der Talstation ist man so gut wie fertig, die Seilbahntechnik steht, nur um die Station selbst herum siehts noch ein wenig nach Baustelle aus.
An dieser Stelle folgt ein Sprung an die Mautstelle der Gletscherstraße in Sölden: Das Rettenbachtal mit dem Kulminationspunkt Pitztaler Jöchl
Blick von etwas weiter oben in die andere Richtung zu den Stubaier Alpen: Links der Windachferner und darüber die Schaufelspitze, rechts der Vorgipfel, der das Zuckerhütl verdeckt (weiß jemand den Namen?) und der Pfaffenferner
Wir nähern uns dem Rettenbachferner
Der Skiweg ist, wie bereits hier im Forum festgestellt, mit Planen geschützt
Wer blickt noch durch? 8EUB und 4KSB zum Rettenbachjoch
Der Gletscherexpress blitzt in der Sonne
Der Rettenbachferner in einer Perspektive ohne Seilbahnen
Mittelstation und oberes Spannfeld der Schwarzen Schneidbahn. Auf den Fotos wirkt das Spannfeld spektakulärer als in Wirklichkeit. Trotzdem eine gigantische Seilbahn.
Die Skipiste am oberen Teil des Rettenbachferners mit SL, 2. Sektion 8EUB und Aussichtsplattform oben links auf 3340 m
Spannfeld 8EUB
Komplette Trasse der 2. Sektion
Admin
Ich
Zoom zum Brunnenkogellift im Pitztal...
...und zum Hinteren Brunnenkogl
Das Pitztaler Gletscherskigebiet in seiner vollen Pracht
Der SL - aber irgendwie fehlt was nach der ersten Stütze
Aus der Vogelperspektive wird das volle Ausmaß deutlich: Ab der Talstation wird dieser Lift auch im Winter nicht in Betrieb gehen können. Dafür wird bei Stütze 2 bereits ein Zwischeneinstieg vorbereitet.
Die Monsterstütze. Auch sie wirkt in der Realität gar nicht so hoch wie ich gedacht hatte.
Wieder eine nette Perspektive, die zeigt wie nahe das Pitztaler Gletscherskigebiet eigentich ist
Linker Fernerkogel
Braunschweiger Hütte und dahinter der Rifflsee
Durchaus gute Skibedingungen - zur Erinnerung, es ist der 7. September!
Eingang Skitunnel
Bergstation 8EUB Tiefenbach
Talstation und Parkplatz am Tiefenbachferner
Panorama Tiefenbachferner. Aufgrund der durchziehenden Wolken nicht 100% gelungen, aber es vermittelt einen ganz guten Eindruck. Zum Vergrößern anklicken (225 KB).
Pistenraupe Vol. 1...
...und Vol. 2
Neu: Wegwerf-Ski, die in der Gondel anbehalten werden können.
Bergstation Seiterkar, quasi fertig
Blick zur Wildspitze von der Aussichtsplattform an der Schwarzen Schneid, immerhin 3340 m hoch gelegen und damit ca. 90 m höher als die Bergstation. Beim Aufstieg kommt man durchaus ins Hecheln

Tiefenbach-Parkplatz und Speichersee. Wie man sieht, ist auch diesen Sommer noch ein Schneedepot vorhanden, um den gletscherfreien Bereich zu präparieren
Die hintere der zwei Spitzen in der Mitte ist das Zuckerhütl, mit 3507 m höchster Gipfel der Stubaier Alpen
Zuckerhütl (rechte, hintere Spitze) im Zoom
Von links nach rechts: Stubaier Wildspitze, Bergstation der gleichnamigen Sesselbahn, Windachferner mit Skilift und Bergstation der Eisjochbahn, darüber die Schaufelspitze und rechts oben am Gletscher die Jochdohle
Nanu, wer kommt denn da angeschwebt? Ich beim Abstieg vom eisig-steilen Schlußanstieg zur Aussichtsplattform, die der Admin mit seinen Skistiefeln nicht erreichen konnte
Letzte Abfahrt auf frisch gewalzter Piste. Nochmal zur Erinnerung: Es ist Sommer!
8EUB bei der Garagierung
dito
Pitztaler Jöchl im Gegenlicht der Abendsonne
Admin und Auto vor der Kulisse der Stubaier Alpen
Blick vom Tiefenbachferner zur Aussichtsplattform Schwarze Schneid
Die Baubilder aus Sölden sowie die Geländefotos für trincerones alternatives Golden Gate folgen in den entsprechenden Topics. Letztere könnten aber noch etwas dauern. Der Bericht vom Kaunertal kommt nicht vor Sonntag.